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THEMA: Ein Buch schreiben

Ein Buch schreiben 30 Apr 2015 10:41 #2310

  • Martin
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Um ein Buch schreiben zu können, sind viele Aspekte zu berücksichtigen.

"Was für viele ein Traum ist, kann häufig schnell zu einem Alptraum werden: Ein eigenes Buch schreiben. Denn nur eine gute Idee reicht nicht für eine gute Geschichte. Und die wenigsten von uns sind Genies, die sich einen kompletten Roman einfach aus dem Ärmel schütteln können. Wenn also aus der Eingebung irgendwann ein Buch werden soll, braucht es viel Durchhaltevermögen und Hilfe. Mit unseren Tipps wird das Ganze etwas leichter."

... liest man bei lesen.net beim Artikel zum Thema 'Ein Buch schreiben'
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Ein Buch schreiben 05 Jun 2015 18:25 #2682

  • Rael
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Eine recht erfahrene Lektorin sagte mir einmal folgende Sätze:

1) Ein Schriftsteller ist einer der schreibt.

2) Ein Schriftsteller beginnt erst mit dem zweiten Buch.

Daraus würde im Gegenschluss folgen: Einer, der nicht schreibt, ist auch kein Schriftsteller. Würde also Stephen King ein Jahr lang nichts schreiben, wäre er demzufolge ein Jahr lang kein Schriftsteller. Bissi schräg, oder?

zu 2: Damit meinte sie, dass fast jeder irgendwie die Ideen zu EINEM Buch hat. Hat dann meist mit der eigenen Lebensgeschichte zu tun. Wenn die erzählt ist, isses aus und vorbei, da kommt dann nix mehr. So einer ist also kein Schriftsteller, sondern bloss jemand, der halt mal ein Buch geschrieben hat. Bestenfalls "Autor". Wie zB Dieter Bohlen.

Ab dem zweiten Buch ändert sich das. Da ist die eigene Lebensgeschichte meist verbraucht und verheizt, ab jetzt muss man "richtig" schreiben. Daher ihr Satz, dass ein Schriftsteller frühestens mit dem zweiten Buch einer ist.
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Ein Buch schreiben 06 Jun 2015 11:47 #2692

  • Martin
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Das mit dem Verbraten der eigenen Geschichte im ersten Buch und der dann nicht mehr vorhandenen Materie zum nächsten ist ein ganz interessanter Aspekt, finde ich, Rael!

Wie viele Leute sind gierig darauf, ein - ihr! - Buch zu schreiben. Irgendein Lektor seufzte mal, dass heute wohl jeder zweite Mitteleuropäer ein Schreiberling ist. Ja, in diesem Sinn. Ich finde einen weiterführenden Aspekt dabei aufschlussreich. Wir leben doch in einer Zeit, der man Bewusstwerdung unterstellt und für mich klingt das ziemlich schlüssig, wenn ich zum Beispiel die Entwicklung in der Quantenphysik verfolge.

Im Sinne einer Entwicklung ist natürlich auch, sich selbst besser kennenzulernen, beziehungsweise sich seinen eigenen Themen zu stellen. Wie kann man das besser als mit Schreiben? Nicht umsonst wird von Therapeuten empfohlen, sich Probleme von der Seele zu schreiben. Schreiben erlöst und befreit.

Damit wären wir wiederum bei deinem Gedankenanstoß: Unbewusst ist jeder persönlich mehr oder weniger - meist mehr - gefordert. Verständlicherweise nimmt sich jeder wichtig und hat das Bedürfnis, etwas mit dem zu machen, was in ihm brodelt. Also schreibt man ein Buch. Dass es aber zu einem großen Teil um die persönliche Bewältigung geht, fällt kaum wem auf, zumal die Bücher ja oft als Krimis, ChicLit, historische oder erotische Romane ›getarnt‹ sind. Mit diesem einen Buch ist dann das Thema erledigt und der Pool der Kreativität leergeschrieben. Kann man nur hoffen, dass es auch geholfen hat ...

Toller Gedankenanstoß, danke!

Viele Grüße
Martin
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