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THEMA: Andauernder Zustand

Andauernder Zustand 01 Dez 2013 19:44 #81

  • Martin
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Eben habe ich in einem Manuskript diesen Satz gelesen:

Es ist, als hätte ich eine Schwelle übertreten, die mein ganzes Leben lang wie ein unüberwindbares Bergmassiv vor mir aufragte und sich jetzt, von der anderen Seite aus betrachtet, als ein Haufen Schnee herausstellt.

Dabei geht es um das unterstrichene Wort. Findet ihr das so korrekt? Wei soll es heißen? ›aufragte‹? oder ›bis heute aufragt‹?

...?
Letzte Änderung: 01 Dez 2013 19:46 von Martin.
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Andauernder Zustand 06 Dez 2013 11:54 #82

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nein, 'aufragen' passt hier nicht. Eine Schwelle (z.B. Türschwelle) TRENNT zwei Räume. Ich würde also eher schreiben: " Es ist, als hätte ich eine Schwelle übertreten, die mich ein ganzes Leben von .... getrennt hat.

Herzliche Grüße
Ernst
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Andauernder Zustand 06 Dez 2013 12:20 #83

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Sorry, Ernst, ich hab mich ungenau ausgedrückt. Bei diesem Fall geht es mir hier weniger um den Begriff, sondern nur um die Zeit: aufragte kommt mir unpassend vor.

Dieses Aufragen dauert ja vermutlich bis zum heutigen Tag an. Sollte es dann nicht heißen

die mein ganzes Leben lang wie ein unüberwindbares Bergmassiv bis jetzt vor mir aufragte
(die Vergangenheit muss ja bleiben, da die Geschichte im Präteritum erzählt wird, also wäre aufragt auf jeden Fall verkehrt.)

oder, wenn sie nicht mehr andauert

die mein ganzes Leben lang wie ein unüberwindbares Bergmassiv vor mir aufgeragt war.

...?
Letzte Änderung: 06 Dez 2013 12:21 von Martin.
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Andauernder Zustand 06 Dez 2013 12:27 #84

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grins - also wenn es um die Zeitenfolge geht, bin ich der falsche Ansprechpartner. Damit habe ich selbst das größte Problem!

Aber findest Du wirklich, dass eine Schwelle 'aufragen' kann? Vielleicht eine 'Hürde', eine 'Mauer'?

Gruß
Ernst
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Andauernder Zustand 06 Dez 2013 13:54 #85

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da stimme ich dir voll zu! Schwellen sind eher die Dinger, von denen man einen Schlag ins Kreuz bekommt, wenn man versehentlich drüberfährt :silly:

Andererseits ist Schwelle ein Begriff, der stark mit Veränderung verbunden ist, wehalb ich ihn in diesem Kontekt gar nicht so verkehrt empfinde.

Herzliche Grüße
Martin
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Andauernder Zustand 07 Dez 2013 17:11 #86

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ich kenne den Kontext natürlich nicht. Trotzdem finde ich, dass das Bild mit der 'Schwelle' hinkt. Schwellen sind nun mal nur einige Zentimeter hoch. Und wie hoch ist 'ein Haufen Schnee'? Irgendwie passt das nicht zu einander!

Schönen Abend Dir

Ernst
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Andauernder Zustand 11 Dez 2013 11:55 #87

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Also, dann will Linda auch noch ihre unmaßgelbliche Meinung äußern:
Wenn schon das nicht ganz passende Worte "aufragen" gewünscht wird, dann vor mir "aufragte". Wobei ich mit ernstbay der Meinung bin, dass vielleicht "auftürmte, emporragte, in den Himmel ragte", besser geeignet ist.
Aber wie alles wieder Geschmackssache.

Liebe Grüße
Linda
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Andauernder Zustand 14 Dez 2013 13:26 #88

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Es ist, als hätte ich eine Schwelle übertreten, die mein ganzes Leben lang wie ein unüberwindbares Bergmassiv vor mir aufragte und sich jetzt, von der anderen Seite aus betrachtet, als ein Haufen Schnee herausstellt.

Also aufragen an sich finde ich auch unpassend, vor allem in Verbindung mit der Zeitenfolge, um die es in diesem Fall ja vordergründig geht.

Es liest sich für mich so, als würde dieses Hindernis nun nicht mehr bestehen, daher müsste es heißen
... aufgeragt hat ... (auch wenn das eben nicht besonders schön klingt, weswegen ich aufragen nicht verwenden würde).

Lieben Gruß
Andrea
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