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THEMA: Wo sind sie alle?

Wo sind sie alle? 08 Okt 2018 17:16 #6764

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Liebe Elysha,

'etwas daraus zu machen' ist so eine Sache. Ich beobachte seit Jahren, wie es mir und vielen anderen Autoren geht. Erfolgreiche sind sehr wenige dabei. Obwohl so gut wie alle Leute (die sie gelesen haben) von meinen Büchern begeistert sind (siehe u.a. Rezensionen), und es mittlerweile doch schon fünf Romane und ein Sachbuch gibt, dümpeln die Verkaufszahlen um Null herum dahin. Sollte dein Mann also auf das große Geld hoffen, befürchte ich, dass er enttäuscht wird und dann kommt vielleicht die Aussage, wofür du eigentlich die Zeit vertust. Ich denke das für mich auch manchmal, aber es macht mir einfach Spaß, ich freue mich auf jedes neue gute Cover, das meine Coverdesignerin kreiert und über jeden guten Klappentext, der mir gelingt. Und, wer weiß, vielleicht werden meine etwas anderen Geschichten ja eines Tages entdeckt.

Was ich damit nicht tun will, ist dich zu entmutigen, sondern ich will dass dir etwas ganz anderes bewusst wird. Entweder man ist ein Marketinggenie (was einem allerdings liegen und Spaß machen muss) oder man ist bei einem Verlag (wenn es gelingt und dann mit allen Nachteilen), dann kann man mit etwas Bekanntheit rechnen. Ansonsten dauert es einfach Zeit und manches Buch.

Vielleicht magst du ja das aktuelle Projekt auf Eis legen und später daran weitermachen (hab ich auch schon) und ein Neues beginnen, das aber dann zu plotten, dass dir kein Steckenbleiben mehr passiert. Plotten ist gar nicht so übel, wie manche sagen oder man annimmt.

Auf jeden Fall: Wenn du gerne schreibst, dann schreib. Such die gute Leute fürs Cover, mach einen guten Klappentext und sieh zu dass das Buch entweder lektoriert oder sonst wie möglichst fehlerarm ist. Und dann veröffentliche es. Und das nächste. Und noch eines.

Und: poste von deinem Roman das erste Kapitel (bzw. 5-7 Seiten) in der Geschichtenwerkstatt und lass dir Feedback geben, das gibt dir auch Sicherheit.

Viele Grüße
Martin
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Wo sind sie alle? 08 Okt 2018 18:56 #6765

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Liebe Elysha,

der Hang zum Chaoitschen kann tatsächlich etwas erschwerend sein. Ich bin einer von denen, die nicht plotten. Ich habe in Patchwork wirklich jede Methode ausprobiert, aber mir fehlt die Geduld dazu.
Es ist vielleicht nur logisch, dass ich oft genug auch deswegen an Stellen komme, wo ich einfach die Kurve nicht kriege. Das sind meist nur Kleinigkeiten, aber irgendwas fehlt dann und dann liegt das Projekt auch mal ein paar Wochen.
Zum Glück habe ich eine tolle Testleserin, die auch mal 'live' mitliest, das heißt, schon während des Schreibprozesses die Sachen geschickt bekommt. So merke ich schnell, wenn sich etwas in die falsche Richtung entwickelt und manchmal kommt von ihr auch hilfreicher Input, wenn ich in der Sackgasse stecke. Als Autor sieht man hin und wieder vor lauter Wald die Bäume nicht. Vielleicht könnte dir das auch helfen? Such dir jemanden - oder nutze hier die Schreibwerkstatt - um auch mal andere Augen auf den Handlungsablauf werfen zu lassen.

nämlich mir den Hintergrund so zu überlegen, dass ich das, was geschieht, auch aus dem heraus erklären kann. Klingt ja irgendwie gut, aber dazu muss ich einiges kippen, was einfach zur Geschichte gehört.

Verstehe ich nicht ganz. Meinst du, dass du zu viel erklärst und die Geschichte sich nicht selbst erzählt? Daran kann man arbeiten und ich wüsste jetzt nicht, welche Elemente deiner Geschichte dem entgegen stehen sollten.

und ich schreibe im Prinzip das, was ich gerne lesen würde

Das spricht doch sehr für dich und deine Geschichte. Dein Genre ist halt speziell, man muss es mögen, das darfst du nicht vergessen. Nicht jeder kann so objektiv darüber urteilen, dass er eigene Vorlieben hinten anstellen kann.

Es drängt dich ja niemand, die Geschichte so schnell wie möglich fertig zu bekommen. Schreib zwischendurch was anderes, einzelne Szenen, irgendwas, das hilft. Irgendwann, wenn du gar nicht damit rechnest, kommt der Gedanke, der den Knoten löst. Elendigerweise passiert mir das bevorzugt beim Putzen. Da hat man ja ausreichend Zeit, die Gedanken hin- und herzuwälzen. :augenroll:

Ansonsten muss ich mich Martin anschließen. Bis beim Schreiben etwas Zählbares herauskommt, ist es ein langer Weg und selbst dann solltest du den Stundenlohn besser gar nicht erst ausrechnen, sonst bekommst du beim Wort 'Mindestlohn' einen Lachkrampf. Meine ersten beiden Romane sind in einem Kleinstverlag erschienen und waren 'Bestseller', haben sich im unteren vierstelligen Bereich verkauft. War auch ein schönes Zubrot bei der Abrechnung, aber wenn ich mir den Monatsverdienst auf die Arbeitszeit gerechnet ausrechne ... hätte ich besser die Sonntagszeitung ausgetragen. :pinch:

Aber was sollst? Es hat Spaß gemacht, zu schreiben, es hat Spaß gemacht, die positiven Meinungen zu hören und mein Highlight war ja, dass im Klinikum in der Notaufnahme jemand meinen Roman im Wartebereich gelesen hat. Ich bin den ganzen Tag wie auf Wolken gelaufen.

Liebe Grüße
Kerstin
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Wo sind sie alle? 10 Okt 2018 09:37 #6766

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Hallo ihr!

Ich hab jetzt schon zwei Mal ziemlich lange Antworten geschrieben, leider sind die jedes Mal verschwunden :(

Danke für eure Erfahrungsberichte.

Ich schreibe eigentlich NUR, weil es Spaß macht. Und weil es eben kein anderer tut (genau die Geschichte schreiben, die ich gerne lesen würde).

Das Projekt ist mir leider einfach etwas zu groß geworden, fürchte ich. Ich hab über tausend Seiten (Normseiten lt. PW) mehr oder weniger zusammenhängenden Text, der in verschiedenen Stadien steckt (manche Teile sind sehr alt, dementsprechend unausgegoren) und irgendwie bin ich auf der Suche nach einer Linie, die sich durch das ganze Projekt beibehalten lässt.
Und nach einem Teil, den ich wirklich als erstes fertig machen will. Irgendwie kommt im Moment vorne was dazu statt hinten und dadurch verändert sich dann natürlich auch alles.

Wie ihr seht, 'Chaos' ist dafür nur ein Hilfsausdruck.

^^

Elysha
*bähäää* macht das blaue Schaf und löst sich in bunte Farbwirbel auf.
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Wo sind sie alle? 10 Okt 2018 12:51 #6767

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Eigentlich sollten wir dafür ein neues Thema aufmachen... das mit der Struktur ist nicht einfach, vor allem, wenn man noch nicht genau weiß, welche Richtung die Geschichte nehmen soll.

Wenn Du schreibst, daß sich der Anfang ständig verändert, ist es natürlich schwer, weiterzuschreiben. Du könntest aber bspw mit dem Ende beginnen und Dir Gedanken machen, welches das Thema/ die Prämisse sein soll. Dann hast Du vielleicht mehr einen roten Faden.

Für sich selbst schreiben ist gut, das tu ich auch oft. Allerdings verändert man sich ja ständig, und dann ist es klar, daß sich die Geschichte verändert. Je nachdem, wer man gerade ist und was einen zur Zeit beschäftigt.

Idee: Schreibe mehrere Geschichten! Tausend Seiten sind sehr viel, klar verliert man da die Übersicht. Wie soll man da alles im Auge behalten? Das Problem habe ich auch grad. Aber weißt Du was: Das Rad der Zeit. 33 Bände. Und auch hier ist der rote Faden mindestens einmal verloren gegangen. Ein Strang wurde in den ersten Bänden begonnen, und zumindest bis Band 30 (so weit bin ich mit Lesen gekommen) wurde sie nicht weitererzählt. Fehler passieren jedem.

Ich beispielsweise habe zwei Anfänge zu derselben Geschichte geschrieben, weil ich mich nicht entscheiden konnte, in welche Richtung es gehen soll. Also, eigentlich wußte ich es, aber plötzlich kam mir eine ganz andere Atmosphäre für den Anfang, und ich habe es niedergeschrieben. Kleine Änderungen zwar, aber diese ganz andere Atmosphäre erfordert eine andere Geschichte. Also werden es irgendwann zwei Geschichten werden. Und wenn sich irgendwer am Kopf kratzt und sagt: Hm, der Anfang kommt mir so bekannt vor, dann ist das halt so. Künstlerische Freiheit :)
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Wo sind sie alle? 10 Okt 2018 15:38 #6770

  • Martin
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Hallo ihr Lieben,

ich habe hier einen neuen Thread begonnen zum Thema Struktur.

Liebe Grüße
Martin
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Wo sind sie alle? 11 Okt 2018 09:06 #6771

  • Elysha
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Danke :)
*bähäää* macht das blaue Schaf und löst sich in bunte Farbwirbel auf.
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