Stichwort
Willkommen, Gast

THEMA: Bitte schreiben Sie uns doch...

Bitte schreiben Sie uns doch... 29 Aug 2019 08:29 #10284

  • Ela Be
  • Ela Bes Avatar
  • OFFLINE
  • Diagnose: neugierig
  • Beiträge: 69
  • Dank erhalten: 5
Hi zusammen!

Noch arbeite ich ja an meinem Erstlingswerk... trotzdem halte ich die Augen und Ohren offen, wenn Verlagsautoren aus dem Nähkästchen plaudern. In letzter Zeit habe ich immer wieder gelesen: "Mein Verlag bat mich eine XY-Geschichte zu schreiben. Das mache ich jetzt gerade (mit mehr oder weniger Erfolg)."

Frage an "alte Hasen", die in einem Verlag veröffentlichen: Könnt ihr quasi auf "Knopfdruck" Verlagswünsche erfüllen und ein entsprechendes Buch schreiben? Ich stelle mir das sehr schwer vor (vor allem, wenn es ein Thema ist, das ich nicht selbst gewählt habe). Mein Ziel ist, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten. Aber wenn der plötzlich mit Wünschen um die Ecke kommt, die ich nicht schreiben kann (lustige Liebesgeschichten beispielsweise - kann ich einfach nicht, es kommt immer Drama dabei heraus), dann bekomme ich ein mulmiges Gefühl.

Über Nähkästchenantworten freue ich mich
Liebe Grüße
Ela
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: maraka

Bitte schreiben Sie uns doch... 29 Aug 2019 16:55 #10286

  • Dornpunzel
  • Dornpunzels Avatar
  • OFFLINE
  • Schreibinfiziert
  • Beiträge: 292
  • Dank erhalten: 9
Hallo Ela,

ich bin ja aktuell in einer ähnlichen Situation. Das erste Mal übrigens, bislang hat meine Agentin mich immer darin bestärkt, zu schreiben, was ich schreiben möchte. Unabhängig von irgendeinem Hype oder Trend.

Nur ist der Boden für historische Romane im Moment nicht leicht. Zwei Lektor(innen) haben meine Histos zwar gefallen, sie haben dafür aber keinen Programmplatz. Daher kamen die Nachfragen, ob ich mir vorstellen könnte, vom historischen Hintergrund abzurücken und einen Roman zu schreiben, der in unserer Zeit spielt mit starker Liebesgeschichte.
Da ich ein, zwei Ideen in der Hinterhand habe und das ohnehin schreiben wollte, ist es ein Versuch wert. Die Entscheidung, das zu machen, lag aber ganz allein bei mir.

Dass auch von mir kein locker, flockiger 'Runterlesroman' zu erwarten ist, ist dabei ja eigentlich jedem klar. Die Lektorin kennt meine Histos, meine Agentin noch viel mehr von mir, dass das nicht mein Ding ist, wird aus dem bislang Geschriebenen wohl klar. Ich denke auch nicht, dass irgendein Lektor und/oder Agent auf die Idee käme, von einem Autor etwas zu 'verlangen', was ihm (noch) gar nicht liegt. Sie geben vielleicht einen Schupser und stellen andere Stärken fest, als man selbst, aber wenn ein Verlag/Agent dich unter Vertrag nimmt, dann doch dafür, dass du schreibst, wie du schreibst. Da werden die dich nicht umkrempeln wollen.

Den Schwerpunkt jetzt (auch) auf die Liebesgeschichte zu legen, habe ich bislang als Herausforderung gesehen. Aber je länger ich darüber nachdenke, so klarer wird mir, die waren nie nur 'Beiwerk'. Es ging immer auch um Gefühle, eingebettet in ein ernstes Thema, nicht immer mit Happy End, aber daran muss sich ja nichts ändern. Lediglich die Zeit und das sollte ich doch hinbekommen.

Schöne Grüße
Kerstin
Letzte Änderung: 29 Aug 2019 16:56 von Dornpunzel.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: maraka

Bitte schreiben Sie uns doch... 30 Aug 2019 11:44 #10291

  • Martin
  • Martins Avatar
  • OFFLINE
  • Steuermann
  • Beiträge: 1441
  • Dank erhalten: 10
Hallo Ela,

damit schneidest du, meine Erachtens, ein Hauptproblem in der Zusammenarbeit mit Verlagen - und dem Schreiben an sich - an: Das Diktat des Verlags. Allerdings ist das verständlich, denn Agenten und Verlage sind stets marktorientiert, was man ihnen nicht übel nehmen kann. Die schauen einfach, was gut geht und dementsprechend suchen sie sich ihre Bücher und damit Autoren. Außer man ist selbst eine marke, also ein Star, wie etwa Coelho, dann kann man schreiben, was man will.

Kleines Beispiel: Meine Coverdesignerin, auch eine geniale Illustratorin, hat mit und für ihren Sohn (6) ein Kinderbuch geschrieben und mit vielen Illustrationen versehen. Ein bekannter Verlag meinte: »Interessant, gefällt uns sehr gut. Aber aus dem Protagonisten müssen Sie ein Mädhcn machen, Jungs gehen derzeit nicht.«

Es ist halt die Frage, was man möchte. Verhältnismäßige Sicherheit gibt es nur beim Stromschwimmen. Star wird man so aber kaum einer. Und schreiben kann man dann auch nicht, was man will. Ist also eine Thematik, bei der sich die Katze in den Schwanz beißt.

Für mich läuft das letztlich darauf hinaus: Will ich den Verlagen nach deren Wünschen schreiben? Nein. Also bleibt für mich nur der SP-Weg und eventuell die Teilnahme an diversen Wettbewerben (hab ich aber noch nie). Jedenfalls ein Weg, auf dem man sichtbar ist und entdeckt werden kann.

Liebe Grüße
Martin
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: maraka