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THEMA: Über Figuren und Dialoge und Interviews

Über Figuren und Dialoge und Interviews 26 Mär 2015 15:57 #2031

  • Martin
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Dialoge sind vielleicht der wichtigste Anteil von Figuren an einer Story. Durch was sie sprechen lernt Leser sie kennen und sie entrollen ihr Inneres. Da sie der wirkliche Treibstoff einer Geschichte sind, kann man ihnen nicht genug Aufmerksamkeit widmen.

Hat auch jede Figur die zu ihr passende Sprache?

In Patchwork mache ich mit den Figuren zu Beginn oder hie und da sogar zwischendurch richtiggehende Interviews, wo ich sie zu sich ausfrage. Das bringt sie einem näher und sie erhalten so die Möglichkeit, die Geschichte mitzugestalten. Nicht zu unterschätzen, der Nutzen durch den Kontakt mit seinen Charakteren, ganz abgesehen davon, dass es Spaß macht und spannend ist, was man begegnet!

Man kann sogar so weit gehen, dass man für das Interview einen Stuhl bereitstellt und die Figur imaginär draufsetzt. Dieser sogenannte leere Stuhl ist übrigens in der Psychotherapie ein gern verwendetes Mittel, um Informationen von Nicht-Anwesenden zu erhalten und die eigene Sicht zu ihnen zu überdenken.

Das erleichtert einem auch, die Figur im Kopf zu festigen, womit man automatisch auch besser ihre Sprache trifft. Irgendwo im Netz hab ich auch mal Figurenblätter gesehen, die sindauch eine gute Hilfe, wenn man kein Patchwork zur Hand hat.

Wie handhabt ihr es mi Figuren (außer dem Schreiben ;-) )?
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 26 Mär 2015 17:13 #2037

Meine Figuren entwickeln sich während dem Schreiben der Geschichte. Manchmal greifen sie regelrecht ins Geschehen ein und verhalten sich anders, als ich ihnen zugedacht hatte.

Ich habe noch keine gute Technik gefunden, um die Figuren im Vorfeld zu entwickeln. Z.B. bin ich schlecht im Fragen Stellen.

Ein Gedanke: Man müsste ein Programm oder eine Internetseite mit Interviewfragen zusammenstellen, wobei aus vielleicht 30 oder 40 Fragen, bloss deren 10 oder 15 zufällig ausgewählt gestellt werden. Dann könnte man die Antworten "der Figuren" eintragen und am Schluss das ganze Interview ausdrucken.

Na, Martin, hüpft Dein Programmierherz in die Höhe? ;-)
Sei mutig! Wenn du gewinnst, bist du glücklich. Wenn du verlierst, bist du weiser.
autor-martin-fischer.ch
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 26 Mär 2015 18:05 #2039

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Ist schon eine Weile her, dass das Programmiererherz hüpfte, denn das Figurenblatt, was diese Aufgabe des Interviews erfüllt, gibt es in Patchwork schon länger. :-)
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 30 Mär 2015 23:47 #2051

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Ein Figurenblatt ist eine wirklich sinnvolle Sache! Gerade bei mehreren Typen vergisst man hin und wieder, wer nun dick oder dünn etc. pp war und dann hilft ein Klick auf das Figurenblatt und erspart so nachträgliche Korrekturen. Früher habe ich gerne darauflos geschrieben und meine "Typen" während des Schreibflusses entwickelt, davon bin ich inzwischen abgekommen. Ich plane jetzt überhaupt mehr, obwohl mir das Darauflosschreiben mehr Spaß macht und ich mich gerne treiben lasse.

Ganz liebe Grüße aus dem
sommerlichen Andalusien
Linda
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 31 Mär 2015 08:39 #2054

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@ Martin:
darf ich das 'vergleichende Figurenblatt' nochmals in Erinnerung rufen? (das war von mir ein Vorschlag, den Du damals noch nicht realisieren konntest).

Herzliche Grüße
Ernst
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 31 Mär 2015 10:24 #2057

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Lieber Ernst, ich habe es nicht vergessen, es ist auf der To-do-Liste drauf :-)
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 31 Mär 2015 13:14 #2060

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Lieber Ernstbay,

was ist unter einem vergleichenden Figurenblatt zu verstehen? Da ich gerade dabei bin, zwei meiner "Gesellen" mehr Farbe zu geben, würde es mich sehr interessieren. Es handelt sich aber um Nebenfiguren, die habe ich bisher eher stiefmütterlich behandelt. Für die Protas etc. verwende ich viel Zeit und schreibe zuerst alles auf ein leeres Blatt, dann füge ich die wichtigsten Merkmale in das Figurenblatt ein, damit ich es städnig mit einem Klick habe.

LG Linda
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 31 Mär 2015 13:25 #2061

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Grüß Dich Linda,

die Idee, die dahinter steckt ist einfach: Verschiedene Protagonisten sollen auch verschiedene Charaktere und unterschiedliches Aussehen haben. Gerade wenn man mit vielen Protas jongliert, ist die Gefahr groß, dass man Einzelheiten verwechselt - und das ist nicht nur peinlich, es macht eine Story auch schnell unglaubwürdig.

Deshalb war mein Vorschlag, die einzelnen Figurenblätter in einer Ecxe-ähnlichen Tabelle zusammen zu fassen, nach dem Motto:

- Eigenschaften / Aussehen in der ersten Spalte links auf den einzelnen Zeilen

- dann pro Figur eine weitere Spalte

Damit sehe ich auf einen Blick, welche Personen 'blond', 'klein', 'starrköpfig', 'flexibel', etc. sind.

Wäre so eine Übersicht für Dich nützlich?

Herzliche Grüße
Ernst
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 31 Mär 2015 13:41 #2063

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Da bin ich doch gleich noch einmal zurück ins Forum marschiert!

Ja, das fände ich eine gute und nützliche Idee, obwohl ich mir bei den Haupt-Protas meistens diese Dinge merke. Glücklicherweise habe ich trotz des Alters noch ein relativ gutes Gedächtnis.
Aber eben gerade bei den Nebenmännchen, ist es hilfreich.


Top secret:
:whistle:
Ein anderer Schreibprogramm-Anbieter hat dieses Blatt - da gibt es für jeden Aktionisten das Figurenblatt und diese sind dann, wie du beschreibst - in einer Tabelle (Zusammenstellung) zu finden und du klickst nur darauf und das ausführliche Blatt öffnet sich.

Gruß von der geschwätzigen Linda
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 17 Apr 2015 02:25 #2105

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Interviews sind für mich eine hervorragende Methode Schreibblockaden zu überwinden. Während so einem "persönlichen Gesprächs" mit meinem Protagonisten stellt sich zumeist sehr schnell der Grund der Blockade heraus. Es sorgte aber auch schon zu einigen überraschenden Erkenntnissen. Wenn man zum Beispiel herausfindet, dass jemand die ihm zugedachte Aufgabe absolut nicht voller Motivation erfüllt (wie man es sich eigentlich dachte) sonder mit Widerwillen und nur weil er sich verpflichtet fühlt sie zu erledigen. Und nein, ich spreche nicht davon dem Protagonist eine Aufgabe zuzuteilen, die nicht zu ihm passt. Sonder eher eine überraschende Aussage, die man eigentlich im Hinterkopf hatte, die einem aber nicht bewusst war. In dem speziellen Fall war es die Aussage, dass mein Protagonist seine Aufgabe unbedingt erfüllen wollte, da er meinte er wäre es seinem (toten) Bruder schuldig. Aber im Grunde wünschte er sich etwas völlig anderes. Wie gesagt, das war sehr überraschend für mich, aber dadurch wurde einiges klarer und ich konnte ihn so auch besser (be)schreiben.

Liebe Grüße
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 17 Apr 2015 09:29 #2109

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Das finde ich einen ausgezeichneten Gedankenanstoß, Gabie!

Gabie schrieb:
Interviews sind für mich eine hervorragende Methode Schreibblockaden zu überwinden. Während so einem "persönlichen Gesprächs" mit meinem Protagonisten stellt sich zumeist sehr schnell der Grund der Blockade heraus. Es sorgte aber auch schon zu einigen überraschenden Erkenntnissen. Wenn man zum Beispiel herausfindet, dass jemand die ihm zugedachte Aufgabe absolut nicht voller Motivation erfüllt (wie man es sich eigentlich dachte) sonder mit Widerwillen und nur weil er sich verpflichtet fühlt sie zu erledigen.


Ein ganz neuer, mir bis dato noch nicht bekannter Tip, auf den anzuwenden ich mich sehr freue!

So, wie im echten Leben: man sollte einfach mehr zuhören ... ganz essentiell!
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Über Figuren und Dialoge und Interviews 17 Apr 2015 17:52 #2114

  • Gabie
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Martin schrieb:

So, wie im echten Leben: man sollte einfach mehr zuhören ... ganz essentiell!

Auch zuhören ist etwas, was man manchmal erst lernen muss ;-)
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